„Die Hygieneartikelspender befinden sich in den barrierefreien Toilettenräumen im Erdgeschoss neben dem Empfang sowie im zweiten Stock“, erläutert Joyce Feig. Auf diese Weise stünden sowohl den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung als auch den Besuchenden des Rathauses die darin befindlichen kostenlos bereitgestellten Binden und Tampons in unterschiedlichen Größen zur Verfügung.
„Die Anschaffung soll zugleich einen Beitrag zur Enttabuisierung der Menstruation leisten, den Zugang zu Menstruationsprodukten erleichtern und somit Menstruierenden Unterstützung im Alltag bieten“, betont Joyce Feig. „Denn die Periode nimmt keine Rücksicht auf den Zeitpunkt oder die Situation. Das kennt wohl jede menstruierende Person.“
Nach wie vor sei die Menstruation ein schambesetztes Thema. „Von einer vorurteilsfreien, aufgeklärten und `periodenfreundlichen` Gesellschaft sind wir auch in Deutschland noch weit entfernt“, befindet die Gleichstellungsbeauftragte. Vielfach fehle es an Wissen, Akzeptanz und sogar an finanziellen Mitteln. „Weltweit haben geschätzte 500 Millionen Mädchen und Frauen keinen Zugang zu Menstruationsprodukten“, sagt sie. In Deutschland sei es für fast ein Viertel der Mädchen und Frauen finanziell schwierig, sich ausreichend mit Binden und Tampons zu versorgen.
„Plan International und Wash United führten 2021 eine bundesweite repräsentative Umfrage durch, die unter Anderem ergab, dass 23 Prozent der Befragten die Anschaffung von Menstruationsprodukten als finanzielle Belastung wahrnehmen und 29 Prozent der Befragten während ihrer Periode manchmal nicht nach draußen gehen möchten, da öffentliche Toiletten zu schlecht ausgestattet oder schmutzig sind“, hebt Joyce Feig hervor. Der Studie zufolge seien auch nur 42 Prozent der Teilnehmerinnen mit der Hygiene-Situation in öffentlichen Einrichtungen zufrieden. Daher könnten die Hygieneartikelspender im Rathaus einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Frauen und zugleich zur Aufklärung der Gesellschaft leisten, ist sie überzeugt.
Die Anbringung der Hygieneartikelspender ist Teil der erstmals ausgerichteten „Seelzer Frauen*Woche“. Das abwechslungsreiche Programm ist im Internet auf der Seite www.seelze.de/gleichstellung abrufbar.
