Letters erster Gemeindedirektor Hermann Röhrbein

Vor 60 Jahren, im Januar 1946, wählte der Rat der Gemeinde Letter einstimmig den ersten Gemeindedirektor nach dem 2. Weltkrieg: Hermann Röhrbein. 17 Jahre sollte er dieses Amt ausüben. 17 Jahre, in denen Letter seine Einwohnerzahl verdoppelte, Chaos und Not der Nachkriegsjahre überwand und zu einem blühenden Gemeinwesen wurde.

Wilhelm Menking, einer der ihn kannte und lange Jahre "unter" ihm gearbeitet hatte, nannte seinen Vorgesetzten im Dezember 1962 in der Wochenzeitung ,Blick in die Gemeinde Letter' einen ungewöhnlichen Menschen: Hermann Röhrbein, im Alter von 65 Jahren scheidender erster Nachkriegsgemeindedirektor von Letter. Ein kleiner, stets freundlicher Mann, still und bescheiden, einer, der sich nie in die erste Reihe gedrängt hatte und nun ganz überrascht schien, daß ihm anläßlich seiner Pensionierung das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Der Regierungspräsident, der in der Aula der Brüder-Grimm-Schule die Laudatio hielt, ließ indes keinen Zweifel, daß hier ein Würdiger geehrt wurde: Hermann Röhrbein hat sich nicht nur um seine Heimatgemeinde Letter, sondern auch um den Aufbau der Demokratie verdient gemacht.

Hermann Röhrbein, 1897 in Letter als Sohn eines Tischlers geboren, war gelernter Schlosser und hat 25 Jahre lang in der chemischen Fabrik Riedel-de Haën in Seelze gearbeitet. Nach seinen Erlebnissen als junger Soldat im 1. Weltkrieg war er in die SPD und die Gewerkschaft eingetreten, um aktiv etwas dafür zu tun, daß die Menschen künftig in Frieden und Gerechtigkeit miteinander leben könnten. 1932 wurde er in Letter zum Ortsvorsitzenden der SPD und in den Gemeinderat gewählt, doch wenige Monate später kamen in Deutschland Menschen an die Macht, für die dieser freundliche und friedliebende Mann als Feind galt. Im Juni 1933 nahmen die Nazis Hermann Röhrbein in "Schutzhaft", wie sie diese Verfolgung zynisch nannten, und nach seiner Entlassung wußte er, was ihm und seiner Familie drohte, wenn er die neuen Machthaber aktiv bekämpfen würde.

Im Frühjahr 1945 war Hermann Röhrbein einer jener Unbescholtenen und Zuverlässigen, derer sich Briten und Amerikaner gern bedienten, um das Chaos in ihren Besatzungszonen in den Griff zu bekommen. Sie ernannten ihn zum kommissarischen Bürgermeister. Im Januar 1946 wurde er dann einstimmig zum ersten Gemeindedirektor gewählt.

Der Gemeindedirektor (Mitte) besucht 1949 die Siedlungsbaustelle am Hirtenweg. Eine der größten Aufgaben in der Amtszeit von Hermann Röhrbein war die Schaffung von genügend Wohnraum für die vielen Menschen, die ab 1945 nach Letter gekommen waren. 1946 zählte man rund 2000 Flüchtlinge und Vertriebene, und bis 1962 stieg die Bevölkerungzahl Letters noch einmal um 4000 auf 9500.
Der Gemeindedirektor (Mitte) besucht 1949 die Siedlungsbaustelle am Hirtenweg. Eine der größten Aufgaben in der Amtszeit von Hermann Röhrbein war die Schaffung von genügend Wohnraum für die vielen Menschen, die ab 1945 nach Letter gekommen waren. 1946 zählte man rund 2000 Flüchtlinge und Vertriebene, und bis 1962 stieg die Bevölkerungzahl Letters noch einmal um 4000 auf 9500.

Für die meisten Letteraner war es damals wohl fast selbstverständlich, daß Hermann Röhrbein, der gelernte Schlosser, einer aus ihrer Mitte, zum Verwaltungschef in ihrer Gemeinde wurde, und er selbst fühlte eine viel zu starke politische und soziale Verantwortung, um sich dieser Verpflichtung zu entziehen. Es sollte sich erweisen, daß der Gemeinderat eine gute Wahl getroffen hatte, denn dieser besonnene, stets um Ausgleich bemühte und zugleich couragierte Mann war sicherlich die Idealbesetzung für die schwere und konfliktreiche Nachkriegszeit. Und dessen waren sich die damaligen Letteraner auch sehr wohl bewußt. Als es galt, den Gemeindedirektor in den Ruhestand zu verabschieden, überreichte ihm Bürgermeister Röber einen Silberteller mit der Inschrift: "Gewidmet von der Gemeinde Letter dem Manne, dem sie unendlich viel zu danken hat ..."

Feierlicher Abschluß einer gewaltigen Kraftanstrengung für die Gemeinde: Hermann Röhrbein bei der Eröffnung des neu befestigten Stöckener Weges im November 1957. Erstmals konnte die Straße vom Ortsausgang bis zur Klappenburgbrücke asphaltiert werden.
Feierlicher Abschluß einer gewaltigen Kraftanstrengung für die Gemeinde: Hermann Röhrbein bei der Eröffnung des neu befestigten Stöckener Weges im November 1957. Erstmals konnte die Straße vom Ortsausgang bis zur Klappenburgbrücke asphaltiert werden.

Im September 1976 ist Hermann Röhrbein gestorben. Seine letzte Ruhe fand er auf dem alten Friedhof Im Sande.

Norbert Saul, Stadtarchiv

Ergänzend als PDF: Würdigung Hermann Röhrbeins durch den damaligen Ratsherrn Fritz Arend und Rückblick auf seine Amtszeit von Röhrbein selber.

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