Letters langjähriger Bürgermeister Hermann Röber

Bürgermeister Hermann Röber (Mitte rechts) und Gemeindedirektor Hermann Röhrbein (vorn) im November 1957 bei der Eröffnung des Stöckener Weges
Bürgermeister Hermann Röber (Mitte rechts) und Gemeindedirektor Hermann Röhrbein (vorn) im November 1957 bei der Eröffnung des Stöckener Weges

100. Geburtstag am 16. März 2005

Als Hermann Röber im Januar 1946 das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Letter von Hermann Röhrbein übernahm, sah dieser Ort noch sehr viel anders aus als heute. 6.000 Menschen mußten sich mehr schlecht als recht in den Wohnraum teilen, der vor dem Kriege für gut die Hälfte schon keinen Luxus geboten hatte. Alt-Letter mit seinen Bauernhöfen an der Leine und Neu-Letter mit den städtisch anmutenden Mehrfamilienmietshäusern, die vom Rangierbahnhof her in den 20er Jahren gebaut worden waren: diese beiden so verschiedenen Teile waren noch nicht zusammengewachsen - weder räumlich noch im Bewußtsein der Menschen.

Verantwortung in schwerer Zeit

Nun mußten Tausende von Flüchtlingen und Vertriebenen untergebracht, ernährt und mit dem Nötigsten versorgt werden, was nur mit aufwendiger Zwangsbewirtschaftung wenigstens ansatzweise möglich war. Es waren schwere Zeiten, und wer damals Verantwortung übernahm, machte sich nicht nur beliebt, durfte nicht allseits auf Dankbarkeit hoffen. Gemeindedirektor Hermann Röhrbein als Verwaltungschef und Bürgermeister Hermann Röber als Ratsvorsitzender sind an allererster Stelle zu nennen als die Personen, die den Aufbau Letters in diesen Nachkriegsjahren und die rasante Entwicklung der folgenden zwei Jahrzehnte maßgeblich und mit großem Verantwortungsbewußtsein gestaltet haben.

Ein Mann des Ausgleichs

Als Hermann Röber im Februar 1972 das Bürgermeisteramt an Wolfgang Rode weitergab, war Letter ein blühendes Gemeinwesen mit 12.000 Einwohnern.

Bürgermeister Hermann Röber als Ratsvorsitzender 1968
Bürgermeister Hermann Röber als Ratsvorsitzender 1968
Bürgermeister Hermann Röber beim Richtfest für die Geschwister-Scholl-Schule 1965
Bürgermeister Hermann Röber beim Richtfest für die Geschwister-Scholl-Schule 1965

Röber konnte auf 225 Sitzungen des Gemeinderates zurückblicken, von denen er in all den Jahren nur vier versäumt hatte. Und als sein vielleicht größtes Verdienst galt seinen Weggefährten seine Fähigkeit zur Integration und zum Ausgleich. Immer wieder wurde von den Gratulanten betont, daß in den 26 Amtsjahren von Bürgermeister Röber fast alle Gemeinderatsbeschlüsse einstimmig gefaßt wurden. Anläßlich seiner Verabschiedung wurde Röber zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Letter ernannt.

Bürgermeister Hermann Röber bei der Verabschiedung von Ratsherr Fritz Arend (rechts) 1966 (links Karl Hecht, CDU, stellvertretender Bürgermeister)
Bürgermeister Hermann Röber bei der Verabschiedung von Ratsherr Fritz Arend (rechts) 1966 (links Karl Hecht, CDU, stellvertretender Bürgermeister)
 
 

Arbeitslosigkeit und Naziherrschaft

1905 in Ditfurt in der Nähe von Quedlinburg geboren, kam Hermann Röber schon als Kind mit seinen Eltern nach Hannover-Hainholz. Hier besuchte er die Volksschule, absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser, wurde schon früh Mitglied in Gewerkschaft und SPD. Als er 24 war, erlebte er den Einbruch der Weltwirtschaftskrise und schwere Jahre der Arbeitslosigkeit. Nachdem 1933 die Nazis an die Macht gekommen waren, fand Röber zwar wieder Arbeit bei der Conti, zugleich brachen aber für Sozialdemokraten und Gewerkschafter wie ihn politisch wie persönlich sehr schwierige und auch gefährliche Zeiten an. Während der Nazizeit war er in einen Hochverratsprozeß verwickelt, der glücklicherweise glimpflich für ihn ausging.

Seit 1936 in Letter

Hermann und Elsa Röhrbein heirateten 1934, kamen 1936 nach Letter und zogen gemeinsam fünf Kinder groß. Im Krieg arbeitete Röber als Dienstverpflichteter bei der Hanomag. Als im April 1945 Krieg und Naziherrschaft endlich zuende gingen, war der Sozialdemokrat Hermann Röber einer jener handverlesenen Unbescholtenen, denen die Siegermächte Vertrauen schenkten. Er wurde von den Briten zum Ratsherrn im ersten Nachkriegsgemeinderat ernannt, und wenige Monate später wurde er Bürgermeister. Den Lebensunterhalt für seine große Familie verdiente er nun im Ausbesserungswerk der Eisenbahn in Leinhausen. Nach Feierabend war er, wann immer ihm neben der Politik noch Zeit blieb, bestrebt sich weiterzubilden, etwas Neues zu lernen. Bei seinen Freunden trug ihm das den Spitznamen "Professor" ein.

Bundesverdienstkreuz zum 25jährigen Amtsjubiläum

Bürgermeister Hermann Röber mit Ehefrau Elsa bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1971
Bürgermeister Hermann Röber mit Ehefrau Elsa bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1971

Im März 1965, als Hermann Röber 60 Jahre alt wurde, war er bereits der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis Hannover. Die Gemeinde Letter verlieh ihm zu seinem Geburtstag ihre Ehrenmedaille. Im Februar 1971, zum 25jährigen Amtsjubiläum, wurde der Bürgermeister mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ein Jahr später schied er hochgeehrt aus dem Amt. Kurz vor seinem 80. Geburtstag starb Hermann Röber im Februar 1985. Zwei Jahre nach seinem Tod beschloß der Ortsrat Letter, den Platz vor dem Rathaus "Bürgermeister-Röber-Platz" zu nennen, und 1988 wurde dieser Beschluß in die Tat umgesetzt.

Am 16. März 2005 wäre Hermann Röber 100 Jahre alt geworden.

 
 

Norbert Saul, Stadtarchiv Seelze

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